Strom- und Gasnetzgesellschaft Osnabrücker Land bündelt Netze von 21 Städten und Gemeinden unter einem Dach

Osnabrück. Rekordverdächtiges Netzwerk: Das Vorhaben einer interkommunalen Strom- und Gasnetzgesellschaft geht auf eine Initiative des Landkreises Osnabrück zurück und wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den 21 beteiligten Städten und Gemeinden, dem Energieversorgungsunternehmen innogy Westenergie und dem Beratungsunternehmen Rödl & Partner erarbeitet. Heute wurde das Vertragswerk zur Umsetzung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen und der interkommunalen Kooperation im Kreishaus in Osnabrück unterzeichnet.

Die Übertragung der Strom- und Gasnetze auf die gemeinsame „Netzgesellschaft Osnabrücker Land GmbH & Co. KG“ ist bereits erfolgt. Die beteiligten Kommunen und der Landkreis organisieren sich in einer gemeinsamen Holdinggesellschaft, der „Netze Holding Osnabrücker Land GmbH & Co. KG“, die 50 Prozent der Gesellschaftsanteile der Strom- und Gasnetzgesellschaft erwirbt. Die anderen 50 Prozent der Netzgesellschaft hält innogy Westenergie. Ab dem Jahr 2026 kann die kommunale Beteiligung an der Netzgesellschaft weiter aufgestockt werden und damit die Mehrheit der Anteile übernehmen. Bei der Netzgesellschaft Osnabrücker Land handelt sich bundesweit um eines der größten interkommunalen Projekte der Kommunalisierung der örtlichen Strom- und Gasnetze.

Allein die Netze der Mittel- und Niederspannung sind rund 5.800 Kilometer lang und speisen den Strom über 1.360 Trafostationen in etwa 40.000 Häuser ein. Rund 3.500 Photovoltaikanlagen sind an dieses Verteilnetz angeschlossen. Pro Jahr werden allein von diesen Anlagen rund 90 GWh in das Netz eingespeist und an die Anschlusskunden verteilt. Die Verantwortung für den operativen Netzbetrieb wie beispielweise Wartung, Instandhaltung und Entstörung verbleibt bei der innogy Westenergie mit ihrem Netzbetreiber Westnetz. Die Höhe der Netzentgelte, die Bestandteil der Strom- und Gaspreise sind, wird durch dieses Vorhaben nicht berührt. Wichtig ist, so die Erste Kreisrätin des Landkreises Osnabrück, Bärbel Rosensträter, dass sich durch die Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse der Strom- und Gasnetze für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Osnabrück nichts ändere.

Peter Schone, Geschäftsführer der Beteiligungsholding des Landkreises: „Die Energiewende mit zunehmender Dezentralität der Energieerzeugung und die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme sowie Verkehr stellt erhebliche Anforderungen an die Weiterentwicklung der Strom- und Gasverteilernetze dar und zwar über die Gemeindegrenzen hinweg. Dafür ist die Netzgesellschaft eine gute Antwort.“

Eine Bündelung der Netze in einer gemeinsamen Netzgesellschaft mit Sitz im Landkreis Osnabrück unter Beteiligung der Kommunen und des derzeitigen Netzeigentümers innogy Westenergie soll außerdem die Versorgungssicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen im Landkreis auf Dauer sicher stellen. Über die Beteiligung an den Netzen können die Kommunen Einfluss auf die Netzentwicklung nehmen und erhalten zudem – zusätzlich zu der Konzessionsabgabe - einen Teil der wirtschaftlichen Vorteile aus dem regulierten Netzbetrieb. 

Ludger Flohre, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Osnabrücker Land und Vertreter der innogy Westenergie: „Wir halten das Konzept der Netzgesellschaft für zukunftsweisend und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den Kommunen in diesem neuen Rahmen. Als regionaler Netzbetreiber werden wir die kommunalen Belange stets berücksichtigen und weiterhin eine zuverlässige und bezahlbare Versorgung sicherstellen.“

Die Gemeinden Bad Essen, Berge, Belm, Bippen, Bohmte, Neuenkirchen, Ostercappeln, Merzen, Voltlage, Badbergen, Menslage und Nortrup, die Samtgemeinde Bersenbrück sowie die Städte Fürstenau und Quakenbrück haben jeweils Grundsatzbeschlüsse zur Übertragung der Netze gefasst. 

Darüber hinaus haben sich die Gemeinde Ostercappeln, die Stadt Quakenbrück, die Stadt Fürstenau, die Gemeinde Neuenkirchen, die Gemeinde Merzen, die Gemeinde Voltlage und die Samtgemeinde Bersenbrück entschlossen, neben der Beteiligungsholding des Landkreises Osnabrück Gründungsgesellschafter der Netze Holding Osnabrücker Land GmbH & Co. KG zu werden. Alle übrigen Gemeinden haben die Möglichkeit, nachträglich Anteile an der Netze Holding zu erwerben.

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